27.11.2009

Einiges

Um einen Begriff aus der Computerwelt zu nehmen: Wenn Ayatollah Khomeini, Osama bin Laden und Nidal Hassan für den Islamismus 1.0 stehen, dann stehen Recep Tayyip Erdoğan (Premierminister der Türkei), Tariq Ramadan (schweizerischer Intellektueller) und Keith Ellison (US-Kongress-Abgeordneter) für den Islamismus 2.0. Die Variante 1.0 tötete mehr Menschen, aber die Version 2.0 stellt eine größere Gefahr für die westliche Zivilisation dar.

Und sonst so? Ja sonst, in Dehka verkauft sich Hitlers "Mein Kampf" richtig gut, auch in Nordkorea kann man dem Kollektiv entkommen - wenn leider auch nur für einen kurzen Augenblick - und der Hugo macht sich in Venezuela mit Mahmud mal richtig zum Affen.

Videos!

Say Cheese! Flash Mob On Bondi Beach


Pendulum - Slam

Noch ein Bild zum Abschluss: PunditKitchen - Bus Stop

u.a. via Telepolis & Nerdcore

23.11.2009

North Korea: "one of the worst abusers of human rights in the world" [Update]

Der US-Senat bestätigte am vergangenen Freitag Robert King als neuen US-Sondergesandten für die Menschenrechte in Nordkorea.
"Speaking at a Senate confirmation hearing earlier this month, he defined North Korea as "one of the worst abusers of human rights in the world." He pledged to protect the human rights of the North Koreans, pay attention to South Korean prisoners of war in the North and Japanese abducted to the North, and address China's deportation of North Korean defectors." Choson Ilbo

Die Rede, welche Robert King vor dem US-Senat hielt, lässt sich hier als PDF nachlesen.
"State security forces commit severe human rights abuses and political prisoners are subject to brutality and torture. Elections are not free or fair; the judiciary is not independent; and citizens are denied freedom of speech, press, assembly, and association. In addition, severe restrictions are imposed on freedom of religion and freedom of movement. Finally, we hear continuous and widespread reports of severe punishment for repatriated asylum seekers and trafficking of women and girls across the border into China."

via OneFreeKorea

Update:
"In the resolution, “Situation of Human Rights in the Democratic People’s Republic of Korea,” the North Korean government inevitably receives heavy criticism for, overall, the “persistence of continuing reports of systematic, widespread and grave violations of civil, political, economic, social and cultural rights” in the country.

The resolution goes on to list torture, the absence of due process in law, use of the death penalty, collective punishment, strict restrictions on freedom of movement, thought, conscience, religion, opinion and expression, peaceful assembly and association, the right to privacy and equal access to information, the treatment of returned refugees, violations of economic, social and cultural rights, human rights and fundamental freedoms of women, children and the disabled among others as areas of serious concern, before also criticizing the North Korean government’s ongoing refusal to accept the mandate of the UN’s Special Rapporteur on the North Korean human rights situation or to solve issues related to abductions."

Bildungsstreik: Bildung und Staat trenen!

Um was es auch immer bei diesem Bildungsstreik geht, um Bildung per se scheint es nicht zu gehen. Ein Blick auf die Liste der Unterstützer reicht bereits völlig aus um sich ein Bild zu machen. Die Tatsache, dass man in dieser Liste mehr als oft genug den Begriff "Sozialistisch" und "solid" vorfindet, erklärt die wahren Motive der Streikenden. Ein Glück aber erfreut sich nur eine relativ kleine Studentenschaft der Verteufelung des Kapitalismus und fordert kostenlose Bildung für alle, ohne NC und unbegrenzter Studiendauer.

Es sollte selbstverständlich außer Frage stehen, dass an den deutschen Universitäten nicht alles so läuft wie es laufen sollte und einige der Forderungen der Studenten vollständig zu unterstützen sind, aber dennoch sollten an der Verbesserung der Lage am wenigsten Pajamatragende revolutionsromantische Studenten beteiligt sein, die beispielsweise in Osnabrück mit der Positionierung eines "Liebeswohnwagen" vor dem besetzen Hörsaal bewiesen haben, wie ernst sie es mit der Bildung meinen. Hinzu kommen Arbeitsgruppen mit den wohlklingenden Bezeichnungen "AK Solidarität" und "AK Volksküche", die man sich durchaus in der DDR hätte vorstellen können, eine Drum'n'Bass-Dance-Party im besetzten Unihörsaal, Poetry-Slam-Contest, Banner mit revolutionären geballten Fäusten und die typischen Parolen vom stressigen BA- und Unileben, der Ökonomisierung der Universitäten und so weiter... Es erinnert alles mehr an eine Studentenparty, gesponsort von der Asta und der Linken, als an eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bildungsmisere.
Alles scheint schlecht zu sein so wie es jetzt ist, einzigst Marx kennt den Ausweg - und selbstverständlich die glorreichen und mutigen "Besatzer", moderne Helden, die sich gegen die Zwänge der turbokapialistischen Gesellschaft standhaft wehren und der Ansicht sind im Namen aller Studenten ein neues Bildungssystem zu fordern.


Bereits der erste Punkt des Positionspapiers der Uni Osnabrück befasst sich - wie nicht anders zu erwarten wäre - mit der Ökonomisierung der Hochschulen. So heißt es:
"Es ist ausschließlich Sache des Individuums, sich für Bildungswege und Studiengänge nach eigenen Maßstäben zu entscheiden. Ein von ökonomischen Interessen geleitetes Bildungswesen birgt die Gefahr, diesen Entscheidungsfreiraum einzuschränken. Vielmehr ist eine marktwirtschaftliche Wertung von Bildung oder Ausbildung hinsichtlich der im Idealbild formulierten Bildungsziele nicht relevant. Jegliche Fachbereiche und wissenschaftliche Disziplinen werden unabhängig ihrer marktwirtschaftlichen „Verwertbarkeit“ als gleichberechtigt angesehen und behandelt.
[...]
Gegenwärtig wird Bildung hauptsächlich als Ware nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet und angeboten. Studiengänge werden nach dem volkswirtschaftlichen Nutzen der Absolventen für den späteren Arbeitsmarkt evaluiert. Die Vermittlung von Wissen richtet sich immer stärker nach den Anforderungen der Arbeitswelt. Gelder werden großteils nach Prestige von Fächern und dem erwarteten Gewinn aus der Forschung in diesen Fächern verteilt. [...] Zwischen den Universitäten herrscht unter anderem im Rahmen der Exzellenzinitiative ein Wettbewerb um die meisten Drittmittel, gleichzeitig gibt es unter den Studierenden Wettbewerb um die besten Noten und um die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Forderungen[:]
[...]
Ein Recht auf Vollstudium. Jeder Bachelorabsolvent hat Anrecht auf einen Masterstudienplatz.
[...]
In der Prüfungsordnung muss vermittelt werden, dass die Studiendauer kein Qualitätsmerkmal des Abschlusses ist.
[...]
Abschaffung jeglicher Anwesenheitskontrollen für Vorlesungen, in denen die Anwesenheit nicht die einzige zu erbringende Leistung ist.
[...]"

Klingt so, als hätten manche Studenten keine Lust zu "studieren" und später einen Arbeitsplatz zu finden und so, als handelt es sich bei Deutschland um ein kapitalistisches Land. Ich möchte mich nun aber gar nicht allzu sehr mit diesen Punkten auseinandersetzen, dies haben bereits andere liberale Blogger ausführlich getan (siehe z.B. die Lesetipps am Ende des Beitrags).

Hier nur ein kurzes Statement meinerseits:
Der einzige Ausweg aus der Bildungsmisere besteht aus klassisch liberaler Sicht darin, dass man endlich Bildung und Staat trennt, so wie man Kirche und Staat und Wirtschaft und Staat zu trennen hat. Durch eine Ökonomisierung des Bildungswesens könnte eine vielfältigere und qualitativ hochwertigere Bildung geschaffen werden, die unter der jetzigen staatlichen Vormundschaft unmöglich ist. Gerade der verteufelte Wettbewerb unter den Universitäten führt zu einer Steigerung der Qualität und Lernbedingungen, weshalb die Hochschulen autonomer und freier in ihrem eigenen Handeln werden müssen. Es sollte lediglich Sache der einzelnen Universitäten sein, wie was wann wo wem gelehrt wird. Es darf nämlich nicht sein, dass zum Einem der Staat bestimmt was gelehrt wird und wie und zum Anderen, dass ein Bürger das Studium anderer finanzieren muss, vor allem dann, wenn die Investition sich gar nicht lohnt und der spätere Nutzen gleich Null ist.

Ferner müssen sich Studenten endlich darüber klar werden, dass es im Studium nicht darum geht die Schulzeit zu verlängern, Parties zu feiern und sich "Bildung" anzueigenen, sondern dass es darum geht mithilfe der eigenen Talente und Wünsche seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Punkt.


Lesetipps:

21.11.2009

Michael Gazzaniga - What We Are

What do we need to know about the human brain in order to discuss the weighty questions of free will, mental causation, morals, ethics, and the law?

Johann Hari vs Sajjad Khan

Eine durchaus interessante Debatte bei Islam Channel TV zwischen dem Liberalen Johann Hari und dem Fundamentalist und Kalifatfetischist Sajjad Khan, einem Vertreter der Hizb Ut Tahrir:

Teil 1:


Teil 2:

Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6

via Jörg Lau