16.06.2007

"Sozialistische Republik Bolivariana"

Nach der Schließung eines oppositionellen Fernsehsenders in Venezuela werden die Töne des größenwahnsinnigen "Weltretters" Hugo Chávez immer schärfer. Er will nun ganz Lateinamerika "retten" und Venezuela erstmal umbenennen. Mal schauen, wann der Hauptstadtwechsel kommt.

Stern.de Artikel "Sozialismus oder Tod"
"Das Parlament ist längst zu hundert Prozent mit seinen Leuten besetzt, die Justiz so gut wie gleichgeschaltet. "Sozialistische Republik Bolivariana" will er nun sein Land nennen. Denn er sieht sich als Wiedergeburt von Simón Bolívar, dem großen Befreier Lateinamerikas im 19. Jahrhundert. So ein Land brauchte natürlich auch eine neue Flagge. Das Design ist seiner Tochter Rosa Inés zu verdanken. Die Neunjährige hatte sich daran gestört, dass das weiße Pferd im Wappen nach hinten schaute. Jetzt blickt es nach vorn. Chávez hat seine ganze Familie für die Revolution eingespannt."

"Papa Hugo de los Reyes Chávez ist Gouverneur des Staates Barinas und sitzt abgeschirmt von Leibwächtern im Regierungspalast vor einem Altar mit Heiligenstatuen. "Hugo Rafael ist der geborene Führer", sagt der ehemalige Lehrer. "Er verliert nie den Faden und nie das Ziel aus den Augen." Um die Beine des Gouverneurs schwänzelt Coqi, der weiße Königspudel seiner Frau Elena. Mehrfach geliftet und mit einer Vorliebe für Chanel-Kostüme, gibt sie die Präsidentin des Kinderschutzbundes. Papa Chávez ordert per Knopfdruck einen Saft. Seine Stimme klingt so belegt, als könnte er das Glück nicht fassen, das ihm und seinem Hugo widerfahren ist: "Fidel Castro hat ihn als Sohn adoptiert, und mein Sohn sagt Papa zu ihm."

"Chávez ist davon überzeugt, auf die Welt gekommen zu sein, um in die Geschichte einzugehen. Und dazu ist ihm jedes Mittel recht."

"Chávez' Ex-Geliebte, die Historikerin Helma Marksman, glaubt, er sei während seiner Gefängniszeit dem Größenwahn erlegen. Stundenlang hat er sich in seiner Zelle mit einer Büste von Simón Bolívar unterhalten. Er verschlang abenteuerlichste politische Manifeste und ließ sich von seinen Mitputschisten aus dem Militär hofieren."

"Chávez benutzt den Mythos der Revolution nur, um seine Leute bei der Stange zu halten. In Wahrheit geht es ihm ausschließlich um die eigene Macht." Solange der Ölpreis hoch ist, hat er Geld genug, Politik aus dem Lehrbuch für Revolutionäre zu betreiben. Enteignung der Konzerne wie der Großgrundbesitzer, der traditionellen Elite des Landes, gehört zum Programm. Mit staatlich festgesetzten Preisen für mehr als 100 Produkte macht er Druck auf Großunternehmen. Mal fehlt Fleisch, mal Zucker, mal Milch, weil der staatlich fixierte Preis unter den Produktionskosten liegt. Die Elektrizitätswerke sind bereits verstaatlicht, die Telefongesellschaft ebenfalls. Dass die Opfer der Enteignungen fürstlich entschädigt wurden, gehört zu den Besonderheiten dieses Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Chávez muss viel verteilen, um das Volk bei Laune zu halten. [...] Im Schnitt stirbt in Venezuela alle halbe Stunde ein Mensch eines gewaltsamen Todes."

"Ganz allmählich macht sich Chávez daran, die Vergangenheit auszuradieren. Straßen und Plätze werden umbenannt. Ein Nationalfeiertag wird nun verlegt auf den Tag seines missglückten Putsches. Auf dem Berg Ávila, dem Wahrzeichen von Caracas, soll ein Denkmal von Simón Bolívar entstehen, mehrere Hundert Meter hoch, den Blick nach Kuba gerichtet. Chávez entwirft Pläne für eine Gegenbank zur Weltbank, eine Alternative zur amerikanischen Freihandelszone und für Petrosur, eine neue Allianz von Energiefirmen des gesamten Kontinents. Er schließt Verträge mit Irans Präsident Ahmadinedschad über gemeinsame Waffenproduktion und Atomanlagen."

Schließlich noch den Abschluss des ganzen Berichts:
"Unsere Aufgabe ist es, die Welt zu retten, den Planeten Erde", sagt er. Und der Rest der Welt fragt sich, welches Ausmaß an Verwüstung "Hurrikan Hugo" hinterlassen wird."

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